Welche Plattform bringt heute die meisten Bewerbungen?

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Kurz beantwortet: Die besten Plattformen für Bewerbungen sind heute die, auf denen sich Menschen privat aufhalten: Facebook, Instagram, Google, LinkedIn, Xing und für Auszubildende auch TikTok. Über diese Kanäle erreichen Arbeitgeber über 90 % der Menschen im wechselbereiten Erwerbsalter. Entscheidend ist nicht eine einzelne Plattform. Es kommt darauf an, dort dauerhaft sichtbar und als Arbeitgeber attraktiv zu sein, statt nur Stellenanzeigen zu schalten und auf Bewerbungen zu warten.
Warum funktionieren die klassischen Recruiting-Kanäle nicht mehr?
Viele Unternehmer und Personalverantwortliche haben in den vergangenen Jahren beobachtet, wie ein Recruiting-Kanal nach dem anderen an Wirkung verloren hat. Das Ergebnis: Die Personalgewinnung ist insgesamt schwerfälliger geworden. Um zu verstehen, wo heute Bewerbungen entstehen, hilft ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte.
- Mundpropaganda und Zeitung: Früher suchten Arbeitnehmer aktiv nach Arbeit. Sie fragten im Umfeld, wer gerade einstellt. Arbeitgeber konnten aus einer Fülle von Bewerbungen auswählen. Eine Anzeige in der Samstagszeitung führte am Montag zu zahlreichen Anrufen, eine zweite Schaltung war oft gar nicht nötig.
- Online-Stellenbörsen: Mit jüngeren Bewerbern und sinkenden Leserzahlen der Zeitungen verlagerte sich die Jobsuche ins Internet. Große Plattformen funktionierten ähnlich wie die Zeitung: Die eigene Anzeige erscheint neben vielen anderen. Wer oben steht, wird gesehen. Wer nach unten rutscht, geht unter. Die Angebote sind zudem leicht vergleichbar.
- Headhunting und Personalvermittlung: Mit dem zunehmenden Fachkräftemangel wuchs eine eigene Branche. Dienstleister sprachen gezielt Menschen an, die in fester Anstellung waren, und brachten so zusätzliche Kandidaten.
- Die Situation heute: Seit der Phase, in der viele ins Homeoffice wechselten, hat sich das Leben noch stärker in die digitale Welt verlagert. Gesetzesänderungen haben zudem dazu beigetragen, dass weniger freie Fachkräfte am deutschen Arbeitsmarkt verfügbar sind.
Wie hat sich die Position der Bewerber verändert?
Im technischen Segment kommen heute auf eine Fachkraft rund zwei offene Jobmöglichkeiten. Damit hat sich das Kräfteverhältnis umgekehrt: Nicht mehr der Arbeitgeber wählt aus, sondern die Fachkraft.
Hinzu kommt, dass Fachkräfte heute auf vielen Wegen gleichzeitig angesprochen werden:
- über Werbeanzeigen in sozialen Medien,
- über Recruiter per Direktansprache,
- über Personalvermittler und Headhunter.
Viele haben deshalb schon konkrete Angebote vorliegen, bevor sie überhaupt selbst auf die Idee kommen, den Job zu wechseln. Für Arbeitgeber bedeutet das: Das Prinzip „Post and Pray“, also eine Stellenanzeige veröffentlichen und darauf warten, dass jemand sie findet, liefert von Jahr zu Jahr weniger Ergebnisse.
Wer heute eine Stellenanzeige schaltet und auf Bewerbungen wartet, kommt oft zu spät. Viele Fachkräfte haben längst ein Angebot auf dem Tisch, bevor sie selbst zu suchen beginnen.
Auf welchen Plattformen erreichen Sie Fachkräfte heute?
Die wirksamsten Plattformen sind die, auf denen Menschen ihre Freizeit verbringen. Dazu zählen:
- TikTok, vor allem für die Ansprache von Auszubildenden
- weitere, kleinere Kanäle je nach Zielgruppe
Über diese Kanäle sind über 90 % der Menschen in Deutschland erreichbar, die in einem wechselbereiten Alter sind, die als Fachkraft infrage kommen und bei denen sich eine Einstellung für Arbeitgeber noch lohnt. Die Frage lautet also weniger, welche einzelne Plattform die beste ist. Wichtiger ist, auf den Kanälen präsent zu sein, auf denen sich Ihre Zielgruppe ohnehin aufhält.
Welche Bewerbergruppen sollten Arbeitgeber im Blick haben?
Der Arbeitsmarkt besteht nicht nur aus aktiv Suchenden. Es lassen sich grob drei Gruppen unterscheiden:
- Aktiv Suchende: Diese Gruppe ist klein. Wer nur sie anspricht, konkurriert mit vielen anderen Arbeitgebern um wenige Kandidaten.
- Innerlich Gekündigte: Diese Menschen haben montags keine Lust mehr auf ihre Arbeit und fragen sich, was sie dort eigentlich noch tun. Sie sind immer wieder offen für Angebote. Ihr Wechsel ist meist nur eine Frage der Zeit.
- Derzeit Zufriedene: Sie arbeiten heute gern bei ihrem Arbeitgeber. In einigen Monaten oder Jahren kann sich das ändern. Dann rutschen auch sie in die Gruppe der Wechselbereiten.
Für Arbeitgeber geht es darum, bei allen drei Gruppen attraktiv und präsent zu sein. Wechselbereite Menschen in der Region sollen sich bei Ihnen bewerben und nicht bei einem anderen Arbeitgeber. Wer derzeit zufrieden in fester Anstellung ist, soll Sie über soziale Medien schon kennenlernen. So entsteht eine Beziehung, bevor der Wechselgedanke aufkommt.
Es geht darum, dass eine Fachkraft in Ihrer Region Sie bereits auf dem Schirm hat, wenn sie zum ersten Mal darüber nachdenkt, den Arbeitgeber zu wechseln.
Was bedeutet Präsenz auf diesen Plattformen für Mittelständler konkret?
Präsenz heißt nicht, dass Mittelständler ständig große Kampagnen fahren müssen. Es geht um drei Punkte:
- Sichtbarkeit: Mit gezielten, personalisierten Marketingkampagnen dafür sorgen, dass passende Menschen Sie auf diesen Plattformen finden.
- Attraktive Darstellung: Sich als Arbeitgeber so zeigen, dass Fachkräfte einen echten Eindruck vom Unternehmen gewinnen. Das erfordert oft ein Umdenken und andere Einblicke als die klassische Stellenanzeige.
- Kontinuität: Bewerber sollen Sie digital kennenlernen können, lange bevor sie sich bewerben. Nur wer dauerhaft sichtbar bleibt, ist im richtigen Moment präsent.
Die KRÜGER Consulting GmbH hat bislang über 750 Unternehmen bei der Gewinnung von Fachkräften begleitet und unterstützt dabei pro Jahr über 1.200 Einstellungen. Die Erfahrung aus dieser Arbeit zeigt: Wer seine Zielgruppe dort anspricht, wo sie sich privat bewegt, und diese Präsenz langfristig aufbaut, macht sich unabhängiger von einzelnen wegbrechenden Kanälen.
Häufige Fragen
Gibt es die eine beste Plattform für Bewerbungen?
Nein. Wirksam sind die Plattformen, auf denen sich Ihre Zielgruppe privat aufhält, etwa Facebook, Instagram, Google, LinkedIn, Xing und für Auszubildende TikTok. Entscheidend ist die Präsenz auf den passenden Kanälen, nicht die Wahl eines einzelnen.
Lohnen sich klassische Stellenanzeigen überhaupt noch?
Ihre Wirkung ist über die Jahre deutlich zurückgegangen. Viele Fachkräfte erhalten Angebote, bevor sie aktiv suchen. Das Prinzip, eine Anzeige zu veröffentlichen und abzuwarten, reicht deshalb allein meist nicht mehr aus.
Warum sollte ich Menschen ansprechen, die gar nicht wechseln wollen?
Wer heute zufrieden ist, kann in einigen Monaten oder Jahren wechselbereit sein. Lernt diese Person Sie vorher über soziale Medien kennen, haben Sie im entscheidenden Moment einen Vorsprung gegenüber anderen Arbeitgebern.
Muss ich als Mittelständler große Kampagnen finanzieren?
Nein. Es geht nicht um riesige Kampagnen. Wichtig sind gezielte, personalisierte Kampagnen, eine authentische Darstellung als Arbeitgeber und eine dauerhafte Sichtbarkeit in Ihrer Region.
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