Warum Recruiting Chefsache ist

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Kurz beantwortet: In vielen mittelständischen Unternehmen gilt Recruiting als Sache der Personalabteilung – während die Geschäftsführung gleichzeitig mit den Ergebnissen unzufrieden ist. Beides hängt zusammen: Die Personalabteilung kennt die modernen Wege meist, bekommt aber die Budgets dafür nicht frei. Eine Stunde pro Woche von der Geschäftsführung löst mehr als jede weitere Jobbörse.
Die Schere, die fast überall aufgeht
Auf der einen Seite steht die Geschäftsführung: unzufrieden mit Zahl und Qualität der Bewerber, aber überzeugt, mit dem Thema eigentlich nichts zu tun zu haben.
Auf der anderen Seite steht die Personalabteilung: unter Druck von den Teamleitern, mit eigenen Kennzahlen im Nacken – und ohne Budget für alles, was über Stellenportale und herkömmliche Wege hinausgeht.
Ihre Personalabteilung kennt die neuen Methoden meistens. Was fehlt, ist die Freigabe, sie auszuprobieren.
Das Ergebnis: Geld fließt weiter in Kanäle, die nachweislich immer weniger bringen, und die Frustration wächst auf beiden Seiten.
Warum das Thema auf den Tisch der Geschäftsführung gehört
Recruiting ist keine Verwaltungsaufgabe, sondern eine der größten unternehmerischen Herausforderungen der kommenden Jahre. Und sie meldet sich selten über die Bewerberzahlen, sondern über ganz andere Kennzahlen:
- unzufriedene Mitarbeitende und steigende Fluktuation
- längere Lieferzeiten, weil Kapazität fehlt
- Unmut im Team durch dauerhafte Überlastung
- Aufträge, die nicht angenommen werden können
Wer diese Signale sieht, hat kein HR-Problem, sondern ein Geschäftsführungsthema.
Was in dieser Stunde pro Woche passieren sollte
- Kennzahlen ansehen. Wie viele Bewerbungen, wie viele Gespräche, wie viele Einstellungen – und wie hat sich das über die letzten zwei Jahre entwickelt? Ohne Messung erkennt man den Trend erst, wenn es weh tut.
- Den Status ehrlich bewerten. Was machen wir gerade, und warum eigentlich? Vieles läuft weiter, weil es früher funktioniert hat.
- Gemeinsam auswählen. Neue Wege und Anbieter nicht an der Personalabteilung vorbei entscheiden, sondern mit ihr.
- Strategisch denken. Nur die Geschäftsführung weiß, wo das Unternehmen in drei Jahren stehen soll – und welche Rollen dafür gebraucht werden.
Warum sich das rechnet
Wer heute den richtigen Weg findet, hat eine Lösung, die über Jahre trägt. Wer weiter streut, zahlt jedes Jahr neu – und verliert zusätzlich Zeit, in der die Stellen unbesetzt bleiben. Der Aufwand für die Geschäftsführung ist dabei überschaubar: Entscheidend sind wenige Termine, bei denen die strategischen Fragen geklärt werden. Das Tagesgeschäft bleibt, wo es hingehört.
Häufige Fragen
Muss sich die Geschäftsführung wirklich einmischen?
Nicht ins Tagesgeschäft. Aber in Budget, Richtung und Auswahl der Methoden – dort entscheidet sich der Erfolg.
Woran erkenne ich, dass es Zeit ist?
An längeren Einstellzeiten, sinkenden Bewerberzahlen und wachsendem Unmut im Team.
Was, wenn die Personalabteilung das als Misstrauen versteht?
Umgekehrt: In den meisten Fällen wartet sie genau darauf, dass jemand das Thema ernst nimmt und Mittel freigibt.
Welche Kennzahlen brauche ich mindestens?
Qualifizierte Bewerbungen, Zeit bis zur ersten Rückmeldung, Gespräche je Einstellung und Einstellungen pro Jahr.
Lassen Sie sich nicht mehr von den Bewerbern finden, die einen neuen Job suchen.
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