Warum aktuell die größte Recruiting-Chance für den Mittelstand ist

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Kurz beantwortet: In Deutschland sind rund 630.000 Fachkraftstellen offen – gleichzeitig ist die Zahl der ausgeschriebenen Stellenangebote um etwa 25 Prozent zurückgegangen. Für Arbeitgeber heißt das: weniger Konkurrenz um dieselbe Aufmerksamkeit, mehr Bewegung am Markt und damit das beste Zeitfenster seit Jahren, um einen Bewerberpool aufzubauen und bekannt zu werden.
Was sich gerade am Markt verschoben hat
Es werden Stellen abgebaut, es gibt Branchen mit deutlich mehr verfügbaren Fachkräften als in den Vorjahren – und das bekommen die Bewerber über die Medien mit. Gleichzeitig schalten weniger Unternehmen Anzeigen. Wer jetzt sichtbar ist, konkurriert mit weniger Mitbewerbern um dieselben Köpfe.
Gerade in diesem Jahr ist es ungewöhnlich leicht, sich gegenüber anderen Arbeitgebern durchzusetzen.
Warum die Konkurrenz angreifbarer ist, als sie aussieht
Die meisten Wettbewerber stecken in derselben Lage: Sie haben in den vergangenen Jahren aus Panik eingestellt – lieber schnell besetzt als lange gewartet. Die Folge waren mehr Fehlbesetzungen, hohe Fluktuation, Rekordwerte bei den Krankheitsquoten und Auftragsüberhänge.
Für Sie heißt das: In diesen Unternehmen sitzen genau die Fachkräfte, die Sie suchen. Menschen mit ständig wechselnden Teamkollegen. Menschen, auf die trotz drei neuer Einstellungen weiterhin die ganze Arbeit abfällt. Menschen, die sich fragen, warum sie jede Woche Überstunden machen sollen.
Erfolgsparameter 1: Aufhören, es allen recht machen zu wollen
Sehr viele Stellenanzeigen sind weichgewaschen, damit sie bloß niemanden abschrecken. Sie sprechen Junior und Senior gleichzeitig an – und damit niemanden richtig.
Dabei wird übersehen: Wer bewusst dafür sorgt, dass sich jemand nicht bewirbt, der ohnehin nicht passt, zieht automatisch bessere Bewerbungen an. Schreiben Sie also konkret, wen Sie suchen – auch auf die Gefahr hin, dass die Zahl der Eingänge sinkt.
Erfolgsparameter 2: Die Bewerberbrille wirklich aufsetzen
Stellenanzeigen entstehen meist in der Personalabteilung. Die entscheidende Prüfung ist aber eine andere: Versteht jemand, der das Unternehmen noch gar nicht kennt, überhaupt, worum es geht? Sprechen ihn die Arbeitsbedingungen an?
Und dabei geht es nicht nur um Homeoffice, sondern um Konkretes: Mit wem arbeite ich, wenn ich im Büro bin? Mit welcher Technologie? Sehe ich auf den Bildern Menschen, die meinen Beruf ausüben?
Erfolgsparameter 3: Nicht mehr auf Zufall setzen
Wer sein Personalmarketing ausschließlich auf aktiv Suchende ausrichtet, macht Recruiting zum Zufallsprodukt – denn das sind nur 1 bis 5 Prozent des Arbeitsmarkts. Manchmal hat man Glück und trifft genau den Richtigen. Planbar ist das nicht.
Passiv Suchende interessieren sich zuerst gar nicht für Jobangebote und Benefits, sondern für den Arbeitgeber an sich. Die Reihenfolge ist: erst das Unternehmen kennenlernen, dann das Jobangebot sehen, dann bewerben. Wer mit Schritt zwei anfängt, verliert sie.
Der Prozessfehler, der alles zunichtemacht
Immer mehr Unternehmen beklagen, dass Bewerber sich nicht zurückmelden oder Termine platzen lassen. Dazu eine Zahl, die nachdenklich macht: 74 Prozent der Bewerbenden geben an, in Bewerbungsprozessen schon einmal geghostet worden zu sein – sie haben auf eine Rückmeldung gewartet, die nie kam.
Wer sich über das Verhalten von Bewerbern wundert, sollte zuerst den eigenen Prozess prüfen.
Häufige Fragen
Wie viele Fachkraftstellen sind in Deutschland offen?
Rund 630.000 – bei gleichzeitig etwa 25 Prozent weniger ausgeschriebenen Stellenangeboten.
Warum soll gerade jetzt ein guter Zeitpunkt sein?
Weil weniger Wettbewerber um dieselbe Aufmerksamkeit werben und gleichzeitig mehr Fachkräfte wechselbereit sind.
Wie viele Fachkräfte suchen aktiv?
Nur 1 bis 5 Prozent. Wer nur sie anspricht, macht Recruiting zum Glücksspiel.
Was ist Ghosting im Recruiting?
Wenn eine Seite sich nach Kontakt nicht mehr meldet. 74 Prozent der Bewerbenden haben das erlebt – meist vom Unternehmen aus.
Lassen Sie sich nicht mehr von den Bewerbern finden, die einen neuen Job suchen.
Finden Sie die Fachkräfte, die sich für Ihre freie Stelle begeistern.


