Fachkräftemangel trotz steigender Arbeitslosigkeit – wie passt das zusammen?

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Kurz beantwortet: Früher schlossen sich Wirtschaftskrise und Fachkräftemangel gegenseitig aus. Heute treten sie gemeinsam auf, weil der Arbeitsmarkt zweigeteilt ist: Die Industrie baut ab, während Gesundheit, Pflege, Erziehung, Verkehr, erneuerbare Energien und Pharma aufbauen. Es fehlen also nicht Menschen – sie sind nur in den falschen Branchen gebunden.
Die Zweiteilung im Detail
Auf der einen Seite stehen Industriebereiche, die im Monatsrhythmus Stellen abbauen, dazu Bau, Handel und Zeitarbeit. Auf der anderen Seite wächst der Bedarf im sozialen Bereich, im Gesundheitswesen, in der Erziehung, im Verkehrswesen – und sogar innerhalb der Industrie, etwa bei erneuerbaren Energien und in der Pharmabranche.
Nur weil ein Industrieunternehmen Herausforderungen hat, heißt das nicht, dass die Industrie insgesamt Herausforderungen hat.
Warum das für Sie konkret relevant ist
Beide Seiten suchen oft dieselben Berufe. Während ein Betrieb gerade weniger Elektriker braucht, braucht ein anderer umso mehr. Für Arbeitgeber heißt das zweierlei:
- Es werden gerade Fachkräfte frei, die in normalen Zeiten nicht verfügbar wären.
- Wer sichtbar ist, wenn das passiert, bekommt Bewerbungen von Menschen, die er sonst nie erreicht hätte.
Die Kehrseite: Das gilt auch für Ihre eigene Belegschaft. Wer in einem schrumpfenden Segment sitzt, schaut sich um.
Der unterschätzte Hebel: Weiterentwicklung
Statt ausschließlich extern zu suchen, lohnt der Blick nach innen: Beschäftigte so weiterzuentwickeln, dass sie ihre Stärken in wachsenden Bereichen einsetzen können. Das ist oft schneller als jede externe Besetzung.
Dazu gehört auch, ein altes Vorurteil abzulegen. Lange galt die Ausbildung als minderwertig gegenüber dem Studium. Am Arbeitsmarkt zeigt sich das Gegenteil: Viele, die den praktischen Weg gegangen sind, kommen in ihrer Laufbahn weiter – und sind deutlich seltener arbeitsuchend.
Benefits: der Unterschied, den fast niemand macht
Unterscheiden Sie sauber zwischen Benefits, mit denen Sie werben, und Benefits, die Sie zur Bindung einsetzen.
Niemand fängt bei Ihnen an, weil Sie etwas mehr als den gesetzlichen Standard in die betriebliche Altersvorsorge zahlen. Aber jeder Mitarbeitende freut sich darüber, wenn er seit ein, zwei Jahren da ist. Wer beides vermischt, wirbt mit dem Falschen.
Häufige Fragen
Wie können Fachkräftemangel und Arbeitslosigkeit gleichzeitig steigen?
Weil der Markt zweigeteilt ist: Einige Branchen bauen ab, andere bauen gleichzeitig auf.
Welche Bereiche suchen aktuell besonders?
Gesundheit, Pflege, Erziehung, Verkehr sowie innerhalb der Industrie erneuerbare Energien und Pharma.
Was bedeutet das für mittelständische Arbeitgeber?
Es werden Fachkräfte frei, die sonst nicht verfügbar wären – aber nur wer sichtbar ist, bekommt sie.
Lohnt sich interne Weiterentwicklung?
Oft mehr als die externe Suche, weil Erfahrung im Haus bleibt und die Einarbeitung kürzer ist.
Lassen Sie sich nicht mehr von den Bewerbern finden, die einen neuen Job suchen.
Finden Sie die Fachkräfte, die sich für Ihre freie Stelle begeistern.


